Peaky Blinders

Birmingham, zu Beginn der 1920er Jahre: Die Shelby Familie ist das Oberhaupt einer Roma-Gangsterbande, der Peaky Blinders, die sich auf illegale Pferdewetten spezialisiert hat. Tommy Shelby, das erste Familienmitglied, dem der Zuschauer in der Serie begegnet, ist erst vor kurzem aus dem 1. Weltkrieg zurückgekehrt und von dieser Erfahrung auch noch reichlich traumatisiert. Aber es nützt ja alles nix: Die Arbeit im Familienunternehmen macht sich nicht von selbst, und zu allem Überfluss hat Tommys älterer Bruder Arthur die Zügel nach dem Krieg auch nicht mehr so richtig in der Hand. Tommy versucht mit einer klugen, aber nicht risikolosen Strategie das Wettgeschäft wieder anzukurbeln.

Bei einem Überfall gelangt Tommy durch einen unglücklichen Zufall an jede Menge Waffen der britischen Regierung und entschließt sich entgegen des Rats seiner Tante, die Beute zu behalten, um daraus Profit zu schlagen. Dummerweise will die Regierung ihre verlorene Fracht nicht einfach so aufgeben und schickt einen Inspektor nach Birmingham, während auch die IRA versucht die Waffen in die Hände zu bekommen.

Peaky Blinders ist ein düsteres Epos, voll bildgewaltiger Einstellungen und expliziter Gewalt. Nach jeder Folge habe ich als Zuschauer das Gefühl, mir den Schmutz der Straßen Birmingshams vom Gesicht waschen zu müssen. Figuren und Handlung sind zwar durchaus nicht frei von Klischees (gerade ab Staffel 2 wenn die jüdische Gangsterbande um Alfie Solomons eingeführt wird), lebt aber von den grandiosen Schauspielleistungen und dem perfekten Zusammenspiel von Bild und Ton. Die verschiedenen britischen Dialekte (Die Serie wird im Original mit Untertitel ausgestrahlt) und der moderne, raue Soundtrack verstärken die Brutalität der Lebensumstände, die in Peaky Blinders gezeigt werden. Der Soundtrack wäre eigentlich auch ein Grund für Kritik, denn er sorgt dafür, dass diese Gangsterwelt bedeutend cooler erscheint als sie sollte. Dem wirkt die Serie jedoch dadurch entgegen, dass die männlichen Figuren in Peaky Blinders nicht nur als skrupellose, coole Gangster dargestellt werden, sondern allzuoft als vom Krieg zutiefst verletzte Seelen, die in der Welt nicht mehr zurechtkommen. So wird ironischerweise ein Gangsterepos zu einer Antikriegsserie.

Peaky Blinders ist meine absolute Empfehlung, nicht nur aber auch wegen der grandios spielenden Cillian Murphy (Tommy Shelby) und Tom Hardy (Alfie Solomons).


Peaky Blinders, BBC, 2013 – 2016

Zu sehen unter anderem auf Netflix und Sky.

Die ersten zwei Staffeln gibt es auch auf Amazon

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5 Kommentare zu „Peaky Blinders

  1. Die Serie habe ich auch gerne gesehen. Zwar noch nicht die komplette zweite Staffel.
    Es ist genau wie du beschrieben hast. Die Schauspieler und zudem die Kostüme sind einfach genial.

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      1. Das ist so einfach nicht zu sagen. Das wechselt immer wieder, das ist ja das Problem. Polly Gray ist interessant, allerdings hat sie auch schlechte Eigenschaften. Ada Shelby ist auch eine starke Persönlichkeit.
        Aber es ist schwer irgendwen herauszunehmen, da alle Personen irgendwie etwas sympatisches und unsympatisches haben.
        Ist auch lange her, dass ich gestoppt habe. Muss deshalb auch wieder anfangen:)

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      2. Ich glaube, ich finde Tommy und Alfie am interessantesten – wobei das auch mit der großartigen Schauspielleistung zusammenhängt. Schlimm finde ich Grace. Polly finde ich auch cool.

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      3. Gestern habe ich wieder angefangen zu schauen. Und die Schauspielleistung ist von allen großartig, daher könnte ich niemand deswegen auswählen.

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