Stuffed like a kishka

Bereits beim ersten Durchblättern von „Die jüdische Küche“ von Annabelle Schachmes wusste ich: Das ist MEIN Kochbuch! Denn wenn mir eine Sache besonders sympathisch ist, dann kurze knackige Beschreibungen. Wer hat bitteschön Lust, 5 Seiten mit Anleitungen durchzulesen, während auf dem Herd das Öl heiß wird, die Hände bereits nach Zwiebeln riechen und die Arbeitsplatte den Eindruck vermittelt, eine Grundschulklasse habe erst vor wenigen Sekunden mit dem Lebensmittelvorrat einer ganzen Woche um sich geworfen? Ich jedenfall nicht.

Abgesehen von den knappen, aber wirklich gut beschriebenen Anleitungen besticht „Die jüdische Küche“ durch das in blauen Aquarelltönen gestaltete Design und die vielen wunderschönen Bilder aus Israel und der Diaspora. Das Buch nimmt den kochbegeisterten Leser tatsächlich – wie schon im Untertitel angekündigt – mit auf eine kulinarische Reise: auf bunte Märkte in Jerusalem, in charismatische Delis in New York und in jüdische Küchen rund um den Globus. „Die jüdische Küche ist vor allem eine Weltküche“ heißt es in der Einleitung. Um der Komplexität des Judentums gerecht zu werden, sind daher sowohl Gerichte der Ashkenazim wie auch der Sephardim und der Mizrachim enthalten. Der Fokus liegt allerdings schon auf ashkenazischen Gerichten, aber schließlich bilden diese ja auch die Mehrheit im heutigen Judentum.

Die 160 enthaltenen Rezepte sind untergliedert in:

Gewürze, Eingelegtes und Würzmittel

Vorspeisen

Hauptgerichte

Beilagen

Suppen

Street Food und New Yorker Delis

Brot und Backwaren

Desserts

Am Ende gibt die Autorin noch einen knappen Überblick über den Schabbat und die wichtigsten jüdischen Feiertage. Besonders gut gefallen haben mir die Schritt-für-Schritt-Anleitungen für etwas kompliziertere Vorhaben, z. B. für die Challa für den Schabbat (oder einfach zum leckeren Sonntagsbrunch). Sympathisch sind die wirklich überschaubaren Zutaten. Das meiste habe ich zuhause oder kann es problemlos im nächsten Supermarkt kaufen. Obwohl die jüdische Küche traditionell eine eher bodenständige Küche ist, ist sie keineswegs langweilig. Sie steckt voller reizvoller Gegensätze, Geschichte und Herzlichkeit. Mir ist das sehr viel lieber als abgehobene Sterneküche, die mich nach tagelanger Suche nach den Zutaten auch noch stundenlang an den Herd fesstelt.

Aus dem Buch ausprobiert habe ich bisher den selbstgemachten Hummus (O – M – G!) und klassische Latkes. Es geht doch nix über ein glorreich frittiertes Kartoffelgericht an einem kalten, regnerischen Sonntag!

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„Die jüdische Küche“ von Annabelle Schachmes ist ein 380 Seiten dickes Kompendium, das sich nicht nur dank der leckeren Rezepte sondern vor allem auch durch die vielen schönen Abbildungen auch hervorragend als Geschenk eignet. Ich jedenfalls bin nach der Lektüre satt und glücklich – stuffed like a kishka, wie der New Yorker sagen würde. Ein Rezept, auf das im Buch zum Glück verzichtet wurde!

 

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Ein Kommentar zu „Stuffed like a kishka

  1. Von der jüdischen Küche kenne ich praktisch gar nichts. Hummus ist aber auch in der indischen Küche zu finden und daher kenne ich das von dort. Wahnsinnig lecker. Und vegetarisch 🙂
    Danke für den Tipp.

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